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Costa Rica ist – wenn man offiziellen Statistiken Glauben schenken darf – das Land auf dieser Welt, in dem die glücklichsten Menschen leben.

Woran das liegen könnte und welche wesentlichen Unterschiede im Lebenstil der Ticos – wie sich die Einheimischen in diesem mittelamerikanischen Land nennen – im Vergleich z.B. zum Lebensstil der meisten Deutschen bestehen, schildert Euch ein junger Deutscher, der mit seiner sechsköpfigen Familie dorthin ausgewandert ist. Seht hier sein Video…

Quelle: Helmut Brunken / pixelio.de

Im folgenden finden Sie einen Artikel, den ich auf meiner früheren Blogseite am Neujahrstag 2010 veröffentlicht habe (Quelle: http://aventino.magix.net/blog/aventinos-gedanken/categories/2-Kommentare). Dieser Blog lief sehr erfolgreich. Leider hat der Serviceprovider seine Blogseiten inzwischen eingestellt. Meine Beiträge werden jetzt durch diesen Webauftritt ersetzt.

Liebe Leser dieses Blogs,

Silvester ist vorüber, das Neue Jahr 2010 hat gerade begonnen. Wir hatten oder haben eine Finanzkrise. Experten sind sich nicht schlüssig, ob sie nun schon vorüber ist oder wir noch mittendrin stecken. Ich weiß nicht, wie es Ihnen ging: ich jedenfalls hatte das Gefühl in den vergangenen Tagen, dass es selten so wenige wirkliche berichtenswerte Ereignisse in den Medien gab, wie in diesem Jahr. Ist das die Ruhe nach oder vor dem Sturm? Ich jedenfalls denke, es wird sich vieles verändern in den nächsten Jahren. So fehlt es aus Wirtschaft und Politik nicht an Voraussagen und Warnungen, dass wir zukünftig den Gürtel enger schnallen müssen. Die meisten Staaten und Kommunen sind (z.T. hoch) verschuldet. Ein Ende der Fahnenstange ist nicht zu sehen. Die Wirtschaft erholt sich nur langsam, wenn überhaupt. Aber wieweit muss uns das beunruhigen?

Der Zukunftsforscher Horst Opaschowski, wissenschaftlicher Leiter der BAT-Stiftung für Zukunftsfragen in Hamburg, will in repräsentativen Umfragen festgestellt haben, dass wir Deutschen glauben, dass das Jahr 2010 ein gutes Jahr wird. So würden wir gestärkt aus der Krise hervorgehen – mit bescheideneren Ansprüchen an unser Leben, aber höheren Erwartungen an Wirtschaft und Politik. Demnach glaubt die Mehrheit unseres Volkes nicht (mehr), dass wir in einer Wohlstandsgesellschaft leben. Mehr als zwei Drittel unserer Bürger sehnen sich mehr nach einer Sozialgesellschaft als nach einer materiellen Wohlstandsgesellschaft. Er nennt drei wesentliche Gründe für den Optimismus von uns Deutschen in Bezug auf das Neue Jahr und darüber hinaus – und das trotz Krise. Sie alle haben mit neuen Wertemaßstäben für unser persönliches Leben(sglück) zu tun.

  1. „Gut leben, statt viel haben“ bzw. „Besser, statt mehr.“ Dementsprechend hielten viele Deutsche ihr Geld zusammen und schaffen sich „eiserne“ Reserven. Diese geben sie nur für Dinge aus, denen sie einen hohen Wert beimessen. Die blosse Konsumgesellschaft hätte ausgedient. Eigene Ideen und Aktivitäten erhielten wieder mehr Gewicht.

  2. Eine veränderte Einstellung zu Geld. „Ärmer“ muss nicht gleichbedeutend sein mit „unglücklicher“. Oder wer kann schon behaupten, dass ihn (noch) mehr Geld bislang noch glücklicher gemacht hätte? Die Menschen würden wieder mehr darüber nachdenken, was sie wirklich glücklich macht und das sind nach seinen Feststellungen: Gesundheit, Freunde und gute familiäre Beziehungen. Sind diese Dinge gegeben, fühlten sich die Menschen – und das gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten – als „reich“.

  3. Eine neue Sehnsucht nach „Gemeinschaft“. In einer Welt, in der man sich nicht mehr alles Notwendige leisten kann, ist man auf die Hilfe von anderen angewiesen. Die Menschen rücken wieder stärker zusammen. Gegenseitige Hilfe gewinnt wieder an Bedeutung. Allerdings, so glaubt er festzustellen, beruhe diese nicht immer auf reiner Nächstenliebe, sondern auch auf „Kalkül“. Wie auch immer: aus seiner Sicht „…geht das Zeitalter der ‚Ichlinge‘ zu Ende.“ (Münchner Merkur, 31.12.2009)

Der im deutschen Sprachraum ebenfalls sehr bekannte Trend- und Zukunftsforscher Matthias Horx bläst in dasselbe Horn. Er hält die existierende Finanzkrise allerdings nur für einen Teil einer umfassenderen Krise, die – neben einer Innovationskrise – auch eine Werteorientierungskrise beinhaltet (Business People, 2009). Im Rahmen dessen hält er es für erforderlich, dass der Wachstumsbegriff in unserem Bestreben nach „Mehr“ neu definiert werden muss: weg von der Orientierung am Bruttosozialprodukt hin zur Orientierung an qualitativen Wertemaßstäben wie z.B. das „Bruttoglücksprodukt“. Zu dem Aspekt, was Menschen in unserem Land glücklich macht, meint er, dass Geld wohl erst ab einem bestimmten Einkommensniveau nicht mehr glücklicher macht. Richtiges „Glück“ könnten wir Menschen aber vor allem dann empfinden, wenn wir uns geachtet und „empowert“ fühlen.

Nun, ich weiss nicht, inwieweit Sie sich von diesen Untersuchungen und Meinungen repräsentiert fühlen, eines aber hat sicher entscheidenden Einfluss darauf, ob wir ein gutes oder schlechtes Jahr vor uns haben: die Antwort auf die Frage, was uns wirklich wichtig erscheint. In diesem Sinne wünsche ich Ihnen ein glückliches Jahr 2010.

Ihr

Aventino